17-01-2008 Memento

Das Kalenderjahr 2008 starten wir mit einem besonderen Gustostückerl aus der Traumfabrik.
Leonard (Guy Pearce) hat ein ernstes Problem. Er hat sein Kurzzeitgedächtnis verloren. An den Überfall, bei dem seine Frau getötet und er schwer verletzt wurde, kann er sich noch bildlich erinnern. Seither besteht sein Leben nur noch aus unzusammenhängenden Erlebnisfetzen, die er von einem aufs andere vergisst. Leonard hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Mörder seiner Frau zu finden – nur wie stellt er das an, wenn er jede neue Information nur wenige Minuten im Kopf behalten kann? Und wie soll er herausfinden, ob ihm Teddy (Joe Pantoliano) wirklich nur helfen will, oder ob er gemeinsam mit Natalie (Carrie-Anne Moss) unter einer Decke steckt? Wie lange macht er das überhaupt schon, und wie fehlerfrei ist sein System, das er sich zurechtgelegt hat?
Diese nagenden Fragen zehren auch an den Zuschauern, die durch eine einmalige Erzählstruktur in die Erlebniswelt Leonards hineinversetzt werden und sich zu jedem Kapitel der Geschichte neu orientieren müssen, da sie nicht wissen, was zuvor passiert ist. Denn dieser Film startet beim Ende und entlässt uns erst wieder, wenn wir beim Anfang angelangt sind. Dass die Idee, die Handlung rückwärts zu erzählen, nicht nur zu einem äußerst anstrengenden Experiment verkommt, sondern zu einem ungemein faszinierenden und packenden Seherlebnis wird, ist zweifellos Regisseur Christopher Nolan („Batman Begins“, „Prestige“) zu verdanken, der das Drehbuch zu seinem ersten Kinofilm selbst schrieb und außerdem auf beeindruckende Weise sein inszenatorisches Talent unter Beweis stellt.
Man kann diesen Filmabend wirklich getrost als äußerst gelungen bezeichnen - das Publkium war zwar nicht sehr groß, aber dafür umso interessierter, als im Anschluss von Frau Mag. Katja Petrovic von der Neurologie faszinierende Fallbeispiele aus der Realität vorgestellt wurden.
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