Movies & Medicine - Medizin lernen einmal anders
Der folgende Artikel wurde für die Frühjahrsausgabe '07 der Grazer ÖH-Zeitschrift "Medizynisch" verfasst.
Wie war das noch mal? Das HI-Virus bekommen nur Schwule– oder doch nicht ganz? Schizophrenie ist einfach, wenn ich mir vorstelle ich sei Napoleon und Cäsar zugleich, schon klar – das weiß ja jeder. Und auf medizinische Hypnose lass ich mich gar nicht ein – da wird dir nur der Kopf schusselig geredet, und wenn du aufwachst, glaubst du du seist ein Hund (das wurde schließlich schon bei Asterix bewiesen).
Kopfschütteln unter den Medizinstudenten, die das lesen? Möglicherweise – ich hoffe sogar: ziemlich sicher. Nur leider können wir nicht davon ausgehen, dass sich jeder auf dem gleichen Wissensstand in Bezug auf medizinische Themen befindet wie wir. Der Großteil der Patientinnen und Patienten, die wir eines Tages betreuen werden, bezieht sein medizinisches Wissen aus öffentlichen Medien: aus dem Gesundheitsteil in der Samstagskrone, dem Radio, aus Fernsehdokumentationen und… aus Filmen („Ist die Glasknochenkrankheit nicht auch das, was der alte Mann aus der ‚Amelie’ hatte?“).
Vielleicht ist es deshalb ratsam, sich ebensolche Filme, die das öffentliche Bewusstsein prägen, einmal zu Gemüte zu führen und sich zu überlegen, ob es denn wirklich realitätsnah ist, was Otto Normalverbraucher hier präsentiert wurde – schließlich ist nicht jeder Schizophrene auch gleichzeitig ein Terrorist oder ein Genie, nur weil das in Filmen wie „Fight Club“ oder „A Beautiful Mind“ so dargestellt wird.
Außerdem ist ein gut gemachter Film eine äußerst angenehme Abwechslung zur Monotonie eine Vorlesungsmarathons – und ein so oft wiedergekäutes Thema wie „HIV“ wird gleich viel interessanter!
Genau hier setzt das AMSA-Projekt „Movies & Medicine“ an, das letztes Jahr in Graz gestartet wurde. Gemeinsam mit einem Professor sieht man sich einen solchen Film mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema an. Einige Male ist das Projekt bereits erfolgreich gelaufen. Die Innsbrucker haben es mittlerweile auch aufgegriffen. Doch das Schönste an diesen Filmabenden ist: egal wie einem der Film gefallen hat – hinterher ist man auf jeden Fall gescheiter.
|
Informationen zum nächsten Termin erhält ihr auf der allgemeinen Movies & Medicine-Seite oder durch unseren Newsletter, die InfoLine. |
Thomas Memmer




