Am 27.04. 2017 fand in Innsbruck im Rahmen der Europäischen Impfwoche eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Impfpflicht – Medizinische Notwendigkeit oder Grundrechtsverletzung?“ statt.

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Die Austrian Medical Students‘ Associations (AMSA) konnte in Kooperation mit der European Law Students‘ Association (ELSA) und der rechtswissenschaftlichen Fakultät ein hochkarätiges Podium zusammenstellen, das für eine spannende Diskussion sorgte.

Aus medizinischer Sicht diskutierten Senior Public Health Experte Dr. Peter Kreidl, Vizerektor Univ. -Prof. Dr. Peter Loidl und Mag. Dr. Anita Luckner -Hornischer von der Landessanitätsdirektion Tirol. Die rechtliche Seite dieses kontroversen Themas erläuterten Ssc Dr. Friederieke Bundschuh – Rieseneder vom Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre der Universität Innsbruck und MMag. Wolfgang Heissenberger vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen.

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Unter der Moderation von Univ.-Prof. Mag. Dr. Bernhard Koch kam es in der gut besuchten Aula der Hauptuniversität zu einer interessanten Diskussion aus sowohl rechtlicher, medizinischer, ethischer und wirtschaftlicher Sichtweise.
Laut nationalem Meldesystem wurden seit Jahresbeginn in sechs Bundesländern insgesamt 72 Masernfälle gezählt. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2016. Laut Masernbericht gab es im Jahr 2015 309 Masernfälle in Österreich, somit liegen wir im EU Vergleich an zweiter Stelle hinter Kroatien.

 

Aus medizinischer Sicht und in Hinblick auf den Global Vaccine Action Plan der WHO, der unter anderem die Ausrottung von Masern zum Ziel hat, wäre eine Impfpflicht durchaus sinnvoll, jedoch gesundheitspolitisch schwer durchsetzbar und könnte unter Umständen zu einem Anstieg von Impfskeptiker führen. Eine sogenannte „kleine Impfpflicht“, wie es sie zum Beispiel für Medizinstudenten der MUI gibt, ist jedoch, laut dem Podium, ein Schritt in die richtige Richtung.

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